Unterhaltung
Wir schreien YA-HA! – immer und überall
(06.02.12, 11:17 Uhr) YA-HA! sollte man überall irgendwann mal schreien, findet zumindest die vierköpfige Band YA-HA! rund um Sängerin Janna Wonders und Blumentopf-Rapper Flo Schuster. Ihr Debüt „Immer & Überall“ steht seit dem 3. Februar in den Regalen. Janna und Flo haben uns erzählt, was YA-HA! ausmacht und wie Janna ihre Jugend im Rainer-Langhans-Harem erlebt hat.

Wie würdet Ihr Eure Musik in drei Wörtern beschreiben?
Flo: NDW, Rap und Beat.
Janna: Energetisch, manchmal gefühlvoll, elektronisch.
Woher kommt der Hang zum 80er-Sound?
Flo: Wir haben früher selbst viel aus den Musikrichtungen gehört und uns inspirieren lassen. Ich mag das Unterkühlte, leicht introvertierte der Achtziger mit den Synthesizer-Sounds sehr gerne.
Janna: Auch textlich war das eine Inspiration, weil damals ja hauptsächlich auf Deutsch gesungen wurde.
Wie habt Ihr als Band zusammengefunden?
Flo: München ist klein.
Janna: Wir kennen uns eigentlich alle schon sehr lange, aber so wie die Band jetzt ist, in der Viererkombination aus Flo, mir, unserem Gitarrist Dirk Dirksen und unserem Bassisten Flo Laber, die auch in der Blumentopf-Liveband spielen, gibt es uns seit etwa 1,5 Jahren. Wir haben vorher schon in unterschiedlichsten Konstellationen Musik gemacht. Das, was jetzt ist, ist daraus entstanden.
Was bedeutet Euer Albumtitel „Immer & Überall“?
Janna: Den haben wir auf YA-HA!, den Schrei und unseren Bandnamen bezogen. YA-HA! sollte man einfach immer und überall mal schreien.
Welche drei Songs des Albums hört Ihr gerade selbst am liebsten?
Flo: Bei mir sind es gerade „Elektrisch ist die Nacht“, „Magie“ und „Robotermädchen“, aber das können morgen schon wieder ganz andere sein.
Eure erste Single heißt „F.C.C“, Fake Coco Chanel. Worum geht’s?
Flo: Es geht ein bisschen um den Wunsch, mehr zu sein, als man ist, oder zumindest nach etwas anderem zu scheinen, indem man dann mit gefälschten Statussymbolen durch die Gegend läuft, und dann sich selbst und anderen etwas vormacht.
Janna: Die Idee dazu hatte ich beim Feiern bei einem Auftritt von Digitalism. In München gibt es einige Mädchen, die versuchen, immer solche Fake-Taschen rumzutragen.
Wo sollte man Euer Album am besten hören?
Flo: Ich finde es cool, wenn man es hört und sich dabei bewegt. Das finde ich besser, als wenn man dabei im Zimmer sitzt. Also Autofahren, U-Bahn fahren, Spazieren gehen.
Janna, Du bist in der Rainer-Langhans-Kommune aufgewachsen. Das kann man sich als Außenstehender nur schwer vorstellen. Erzähl doch mal, wie sah das aus?
Meine Mutter und die anderen vier Frauen waren Teil der Kommune. Als wir Kinder auf der Welt waren, war das keine Kommune mehr, wo alle zusammen in einem Haus leben. Alle hatten ihre Wohnungen, und ich habe mit meiner Mutter zusammengelebt. Es gab eben diese täglichen Treffen, Psychogespräche und Analysen, spirituelle Sitzungen. Ich hatte sehr viel Zeit für mich, konnte alles machen. Ich hatte und habe eine sehr tolerante Mutter, die immer alles
mitgemacht und mich in meinen Entscheidungen unterstützt hat, egal ob ich gerade richtiger Punk oder Grufti war oder wieder die Schule wechseln musste.
Du drehst auch Dokumentarfilme und machst gleichzeitig Musik. Welche Leidenschaft ist größer?
Gerade ist es die Musik, allerdings muss ich mich jetzt auch um meinen Abschlussfilm für die Uni kümmern. Ich studiere noch, habe mir die letzten Semester freigenommen und den Film für die Musik einfach nach hinten geschoben.
Weißt Du schon, worüber der sein soll?
Es gibt zwei Themen. Die eine Geschichte wäre sehr persönlich, über meine Mutter und ihre Schwester, die früher auch Musik gemacht haben. Oder eben ein Drehbuch eines Norwegers, Plan C, was dann eine Art Mockumentary, also eine fiktionale Doku, werden würde.
Facts:
YA-HA sind Janna Wonders, Flo Schuster, Dirk Dirksen und Flo Laber.
Janna studiert Film, dreht Musikvideos und preisgekrönte Dokumentarfilme.
Die vier Bandmitglieder haben in München zusammen in verschiedenen Projekten gespielt. Daraus ist YA-HA entstanden.


